Geschichte der kirchlichen Verhältnisse in Thüringen


Um das Jahr 400 n.Chr. war Thüringen einst ein grosses mächtiges Reich. Seit 482 aber wächst unter den Merowingern das Reich der Franken heran. König der Merowinger ist Chlodwig (482-511). Chlodwigs Nachfolger besiegen 531 in der Schlacht an der Unstrut bei Burgscheidungen die Thüringer unter ihrem König Erminfried. So wird Thüringen unter Karl Martell (714-741) eine fränkische Provinz. Bereits am Anfang des 7. Jahrhunderts bestand für fränkische Soldaten in Erfurt eine christliche Kapelle. Der Nationalheilige der Franken ist übrigens der hl. Martin - Bischof von Tours - der dann zugleich auch Stadtpatron von Erfurt wurde. Im Jahr 719 kommt der hl. Bonifacius als Missionar über Bayern nach Thüringen. Bonifacius gründet um 724 eine Kirche auf dem heutigen Domhügel. Um seinen Missions-erfolgen dauernden Bestand zu geben und die Kirche in den für das Christentum gewonnenen Gegenden zu organisieren, bat er im Jahr 742 den Papst Zacharias, die Gründung von Bistümern in Würzburg, Buraburg und Erfurt zu genehmigen. Nach dem Tod von Bonifacius im Jahr 755, der inzwischen Erzbischof von Mainz geworden ist, wird Erfurt wieder mit dem Erzbistum vereinigt ( politisch unterstand Erfurt schon seit dem Ende des 10. Jahrhunderts den Erzbischöfen von Mainz, bis sie 1802 an Preussen fiel ).

 

Die weltlichen Rechte des Erzbischofs vertrat zunächst der Vicedomus oder Vitztum. Der geistliche Vertreter war der Dompropst und später der Weihbischof. Der Dompropst war ursprünglich der einzige Pfarrer der Stadt. Die übrigen Kirchen waren zunächst nur Nebenkirchen des Domes und die dort den Gottesdienst versehenden Geistlichen nur die Vikare des Dompropstes. Die erste Kirche, die selbstständige Pfarrrechte erhielt, war unsere St. Laurentiuskirche - im Volksmund Lorenzkirche genannt - im Jahr 1140.

 

Quelle: Hr. Gerhard Altmann